Zwischen Lesung, Familienchaos und Schnecken: Mein Quartalsrückblick Q2 2026

von | Juli 11, 2026 | Autorinnenleben in Lübeck | 1 Kommentar

Manche Monate fühlen sich an wie ein gut geplantes Buchkapitel: Es gibt einen klaren Anfang, einen spannenden Höhepunkt und am Ende ergibt plötzlich alles einen Sinn.

Das zweite Quartal 2026 war eher das Gegenteil.

Es war chaotisch, anstrengend und stellenweise ziemlich ernüchternd. Gleichzeitig gab es kleine Erfolge, besondere Familienmomente und einige Erkenntnisse, die ich vermutlich nur gewinnen konnte, weil nicht alles nach Plan lief.

Zwischen Urlaub, Arztterminen, Lesungsvorbereitungen, beruflichem Stress, neuen Hochbetten und gefräßigen Schnecken wurde mir vor allem eines bewusst:

Nicht jedes Abenteuer muss groß und magisch sein. Die Kunst besteht darin die kleinen wundervollen Momente zwischendurch bewusst wahrzunehmen.

April: Ein Urlaub, der sich nicht wie Erholung anfühlte

Im April verbrachten wir unseren Urlaub am Weissenhäuser Strand.

Ich hatte mich auf eine gemeinsame Auszeit gefreut. Auf Meer, Familienzeit und ein bisschen Abstand vom Alltag. In meiner Vorstellung würden die Kinder miteinander spielen, während ich vielleicht sogar einen ruhigen Moment für mich finden könnte. Besonders da es ein Bade- und ein Tobeparadies gab

Die Realität sah anders aus.

Die Kinder stritten sich deutlich häufiger, als sie sich vertrugen. Statt Erholung gab es Diskussionen, schlechte Stimmung und das Gefühl, ständig schlichten zu müssen.

Natürlich gab es trotzdem schöne Augenblicke. Aber der Urlaub wurde nicht so entspannt, wie er hätte sein können.

Zusätzlich musste ich am Anfang des Urlaubs einen halben Tag telefonisch in der Warteschleife hängen, weil ich zwei MRT Termine für meine Tochter organisieren musste. Tatsächlich habe ich auch zwei Termine bekommen. Der erste zwei Tage später in Flensburg und den darauf folgenden Tag in Hamburg.

Einmal durch Schleswig-Holstein: vom Norden bis in den Süden.

Und das mit unserem neuen gebrauchten E-Auto.

Damit wurde die Fahrt beinahe zu einem eigenen kleinen Abenteuer. Wir mussten nicht nur rechtzeitig ankommen, sondern auch überlegen, wo wir laden können und wie gut unser Zeitplan tatsächlich funktioniert.

Am Ende haben wir es geschafft. Trotzdem merkte ich, wie viel Kraft solche Termine kosten. Es ist nicht nur die Fahrt. Es ist auch die Sorge, die ständig mit im Auto sitzt.


April und Mai: Alles drehte sich um die Lesung

Der April und der Mai waren stark von der Vorbereitung und Durchführung meiner Lesung geprägt.

Eine Lesung klingt zunächst nach einem einzigen Termin. Man liest aus dem eigenen Buch, spricht mit den Gästen und genießt den Abend.

Doch hinter diesem einen Termin steckt so viel mehr.

Vorbereitung. Planung. Werbung. Texte auswählen. Abläufe durchdenken. Die Sorge, etwas vergessen zu haben. Und natürlich die Aufregung vor dem Moment, in dem man wirklich vor anderen Menschen steht und die eigene Geschichte laut vorliest.

Als Autorin ist das etwas Besonderes.

Die Figuren, die sonst nur in meinem Kopf oder auf den Buchseiten existieren, bekommen plötzlich eine Stimme. Meine Stimme. Und Menschen hören zu.

Das ist wunderschön – aber auch unglaublich intensiv.

Parallel dazu überarbeitete ich meine Webseite und meine Leseprobe. Beides waren Aufgaben, die schon länger auf meiner Liste standen. Deshalb bin ich froh, dass ich sie endlich angegangen bin.

Nach außen waren April und Mai damit erfolgreiche Monate. Ich hatte viel geschafft und wichtige Projekte vorangebracht.

Doch mein Energielevel erzählte eine andere Geschichte.

Man kann stolz auf das Erreichte sein und sich trotzdem vollkommen erschöpft fühlen. Beides darf gleichzeitig wahr sein.

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Kleine Auszeiten an der Ostsee

Im April und Mai waren wir insgesamt dreimal an der Ostsee.

Ich mag diese Zeit am Meer besonders gern. Es sind noch nicht so viele Besucher unterwegs und die Temperaturen sind meist angenehmer als im Hochsommer.

Denn so sehr ich den Sommer liebe – bei der Hitze bin ich wählerisch.

Zwanzig Grad ohne Wind sind für mich wunderbar. Fünfundzwanzig Grad mit Wind funktionieren ebenfalls. Alles darüber wird schnell zu viel. Dann verbringe ich den Tag lieber an einem kühlen Ort, statt mich freiwillig in der Sonne braten zu lassen.

In diesem Jahr habe ich allerdings festgestellt, dass sich auch höhere Temperaturen mit der richtigen Ausrüstung besser aushalten lassen.

Ich kaufte mir endlich einen großen Sommerhut mit breiter Krempe und einem Loch für meinen Zopf. Dazu eine Sonnenbrille und die Füße ins Wasser – und plötzlich waren selbst dreißig Grad nicht mehr ganz so schlimm.

Vielleicht ist das keine lebensverändernde Erkenntnis. Trotzdem steckt für mich etwas Wichtiges darin:

Wir müssen uns nicht immer an die Umstände anpassen. Manchmal dürfen wir die Umstände so gestalten, dass sie besser zu uns passen.


Ein heißer Ausflug in den Wismarer Zoo

Am 31. Mai besuchten wir gemeinsam mit unserer Nachbarstochter Annalena den Wismarer Zoo.

Meine erste Erkenntnis: Der Weg vom Parkplatz bis zum Zoo wäre an einem heißen Tag erstaunlich lang aber zum Glück waren es angenehme 20°C.

Meine zweite Erkenntnis: Der Eintritt ist zwar günstig, aber viele Attraktionen kosten zusätzlich. Am Ende war der Ausflug deshalb nicht mehr ganz so preiswert, wie es zunächst den Anschein hatte.

Trotzdem war es ein schöner gemeinsamer Tag. Und vermutlich sind es genau solche Ausflüge, an die man sich später erinnert – nicht wegen der zusätzlichen Kosten oder des langen Weges, sondern wegen der Menschen, mit denen man unterwegs war.


Juni: Als meine Energie plötzlich aufgebraucht war

Nachdem die Lesung vorbei war, fiel die ganze Anspannung von mir ab.

Und mit ihr offenbar auch meine restliche Energie.

Im Juni hatte ich kaum noch Lust auf große Projekte. Stattdessen wollte ich an meinem Diamond-Painting-Bild weiterarbeiten und dabei ein spannendes Hörbuch hören. Darin ging es um eine neu entdeckte App – genau die Art von Geschichte, bei der ich sofort wissen möchte, welches Geheimnis dahintersteckt.

Anfangs meldete sich mein schlechtes Gewissen.

Müsste ich nicht schreiben? Neue Inhalte planen? Meine Webseite weiter verbessern? Das nächste Projekt beginnen?

Doch mein Kopf und mein Körper wollten etwas anderes.

Sie wollten Ruhe.

Diamond Painting, eine fesselnde Geschichte und eine Tätigkeit, bei der ich nicht ständig Entscheidungen treffen musste.

Erholung ist keine Belohnung, die wir uns erst verdienen müssen. Sie ist notwendig, damit wir überhaupt weitermachen können.

Das klingt so einfach. Trotzdem fällt es mir immer wieder schwer, danach zu leben.


Unser großes Zimmer-Tausch-Abenteuer

Ganz ruhig blieb der Juni allerdings nicht. Wir begannen damit, die Zimmer im oberen Stockwerk neu zu verteilen. Bisher hatten wir dort ein gemeinsames Kinderzimmer, ein Schlafzimmer für uns Erwachsene und ein Arbeitszimmer. Schon lange überlegten wir, wie wir jedem Kind ein eigenes Zimmer ermöglichen könnten. Das größte Problem war dabei unser Arbeitszimmer. Schließlich brauchten wir weiterhin einen Platz zum Arbeiten.

Die Lösung kam schließlich von meiner Schwester: Warum nicht das größte Kinderzimmer in ein kombiniertes Schlaf- und Arbeitszimmer verwandeln? Manchmal braucht man nur einen Blick von außen, damit eine Lösung plötzlich ganz offensichtlich erscheint.

Also begannen wir auszusortieren. Überschüssige Dinge wanderten auf den Dachboden, wurden verkauft oder in den Tauschhäuschen im Dorf verteilt. Besonders stolz war ich darauf, meine alten Osteopathie-Bücher über Studibuch noch zu einem guten Preis verkaufen zu können.

Es tat gut, Platz zu schaffen. Nicht nur in den Schränken, sondern auch im Kopf.

Wir kauften zwei gebrauchte, kompakte Hochbetten. Ich liebe diese platzsparenden Lösungen. Unter jedem Bett befinden sich ein Schreibtisch, Ablageflächen und eine Sitzgelegenheit, die sich sogar in ein Gästebett verwandeln lässt.

Anschließend räumten wir zwei unserer drei Arbeitsschränke leer. Einer kam nach unten, einer wurde verschoben und einer durfte bleiben. Daneben fand das erste Hochbett seinen Platz.

Die erste Nacht darin war für meine Tochter allerdings ungewohnt. Also legte sich mein älterer Sohn kurzerhand mit einer Matratze unter ihr Bett und schlief dort.

Dieser kleine Moment ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Geschwister können sich streiten, sich gegenseitig nerven und uns Eltern an den Rand der Verzweiflung bringen. Aber wenn es darauf ankommt, sind sie füreinander da.

Manchmal zeigt sich Zusammenhalt nicht in großen Worten, sondern in einer Matratze unter einem Hochbett.


Zu viele Überstunden und eine hungrige Schneckenarmee

Auch beruflich war das Quartal anstrengend.

Ich musste häufig auf die Baustelle und sammelte dadurch deutlich zu viele Überstunden an. Gerade in Verbindung mit den privaten Terminen und den Vorbereitungen für die Lesung merkte ich, dass meine Reserven irgendwann aufgebraucht waren.

Und dann war da noch mein Garten. Ich hatte meine Paprikapflanzen liebevoll von Hand vorgezogen. Ich beobachtete, wie aus winzigen Samen langsam kleine Pflanzen wurden, und freute mich darauf, sie wachsen zu sehen.

Die Schnecken freuten sich offenbar ebenfalls. Sie fraßen fast alle Pflanzen auf. Die einzige Überlebende ist eine Kürbispflanze, die sich bisher tapfer hält.

Bei Blattläusen habe ich bereits eine Lösung gefunden: Ich habe Lavendel im Garten verteilt. Das funktioniert bei mir erstaunlich gut und scheint sogar gegen Ameisen zu helfen. Bei Schnecken bin ich dagegen noch ziemlich ratlos.

Solltest Du einen Tipp kennen, wie ich meine Pflanzen schützen kann, ohne den restlichen Garten zu gefährden, schreib ihn mir unbedingt in die Kommentare. Meine zukünftigen Paprikapflanzen werden es Dir danken.


Juni – Meine erste Blogparade

Welche Geschichte oder Figur hat dir Mut gemacht, etwas in deinem Leben zu verändern?

Mach mit bei meiner Blogparade und teile den Buchmoment, die Figur oder die Geschichte, die dich wachgerüttelt, gestärkt oder zum Umdenken gebracht hat.

Als Dankeschön wartet ein exklusives Kiara’s Journey-Lesezeichen auf dich.

Blogparade 2026: Welche Figur hat dir Mut gemacht, etwas in deinem Leben zu verändern?

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Was ich aus diesem Quartal mitnehme

Das zweite Quartal 2026 war kein perfektes Kapitel. Aber das Leben ist ja auch nicht perfekt 😉

Der Urlaub war weniger erholsam als erhofft. Die Arzttermine kosteten Kraft. Die Lesung war schön, aber anstrengend. Beruflich hatte ich zu viel auf dem Tisch. Meine Paprikapflanzen wurden zu Schneckenfutter und im Juni musste ich akzeptieren, dass meine Energie nicht unendlich ist.

Trotzdem war dieses Quartal nicht nur schwer.

Ich habe meine Lesung durchgeführt, meine Webseite und meine Leseprobe überarbeitet. Wir waren am Meer, haben einen schönen Ausflug unternommen und eine Lösung für unsere Zimmeraufteilung gefunden. Ich habe Dinge losgelassen, Platz geschaffen und erlebt, wie meine Kinder füreinander da sind.

Vielleicht besteht persönliches Wachstum nicht immer darin, mutiger, produktiver oder erfolgreicher zu werden.

Manchmal bedeutet Wachstum, die eigenen Grenzen zu erkennen, Hilfe anzunehmen und sich selbst eine Pause zu erlauben.

Und vielleicht ist genau das meine wichtigste Erkenntnis aus diesen drei Monaten:

Das Leben muss nicht perfekt laufen, damit wertvolle Erinnerungen entstehen können.

Wie war Dein zweites Quartal 2026? Gab es einen Moment, der ganz anders lief als geplant – und Dir trotzdem etwas Wichtiges gezeigt hat?

Und natürlich die entscheidende Frage: Was hilft wirklich gegen Schnecken im Garten?


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Über mich

Sandra Schwertfeger schaut in die Kamera

Hi, ich bin Sandra 🖐

Urban-Fantasy-Autorin aus Lübeck. In meinen Geschichten treffen Magie und Realität aufeinander – mit Themen wie Zweifel, Liebe, Identität und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen.

Du steckst mitten in Veränderungen und Zweifeln? Du hast Träume, aber die Erwartungen von außen halten dich zurück? Dann tauche in meine Welt ein. Entdecke deine innere Kraft und spüre, dass mehr in dir steckt als du ahnst.

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1 Kommentar

  1. Maria M.Koch

    Hi Sandra,

    ich bin beeindruckt von deinem Newsletter, den du offensichtlich viermal im Jahr verschickst. Auch wenn ich selten Fantasy lese, folge ich dir gern.
    Meine website ist gerade veröffentlicht worden und ich fange mit meinem Newsletter erst an. Von daher bist du mir ein Vorbild in dieser Hinsicht.
    Hab es gut und schön! Herzlichst, Maria, die Autorin vom Starnberger See.

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