Warum meine Stärke nicht von Gott kommt

von | Aug. 25, 2025 | Persönlich | 1 Kommentar

Diesen Blogartikel zu schreiben und mit dir zu teilen ist mir schwer gefallen. Denn beim Thema Glaube kann man leicht anecken – zu unterschiedlich, zu persönlich und manchmal auch zu verletzend sind die Ansichten, die wir dazu haben. Und trotzdem möchte ich dir erzählen, was Glaube für mich bedeutet.

So viel gleich vorweg: Ich glaube nicht an den einen Gott. Wenn du jetzt für dich entscheidest, mir deshalb nicht mehr folgen zu wollen, dann ist das vollkommen in Ordnung. Ich möchte ehrlich sein und genau die Menschen erreichen, die an sich selbst glauben und vielleicht auch ein Stück weit offen sind für das Übernatürliche, für Magie und für die Fragen, die nicht mit einfachen Antworten zu lösen sind.

Wie ich meinen „Glauben“ gefunden habe

Meinen Glauben – wenn man es so nennen möchte – habe ich nicht durch eine Religion gefunden, sondern durch meine philosophische Ausbildung in der Schulzeit, die ich meinem Vater zu verdanken habe. Dort habe ich begonnen, mich mit den großen Fragen auseinanderzusetzen: Wer bin ich? Was will ich bewirken? Gerade zu Letzterem habe ich übrigens am 17. August 2025 einen eigenen Blogartikel veröffentlicht – [hier kannst du ihn lesen] (Link Blogartikel).

Im Philosophieunterricht haben wir nicht nur die großen Denker betrachtet, sondern auch die Vielfalt der Religionen kennengelernt. Besonders geprägt hat mich dabei ein Buch aus meiner Kindheit, das ich dir sehr ans Herz legen möchte: „Theos Reise – Roman über die Religionen der Welt“ von Catherine Clément. Es ist spannend, informativ und eröffnet einen einzigartigen Blick auf Glaubensrichtungen weltweit. (Einen kleinen Einblick dazu findest du in meinem [Blogartikel] (Link Blogartikel)). Und ja – auch Sophies Welt lese ich gerade wieder, einfach weil es mich inspiriert.

Parallel dazu habe ich meine Leidenschaft für Fantasy-Bücher entdeckt. Diese Welten voller Magie, Mythen und Möglichkeiten haben meine Gedanken beflügelt und mich Schritt für Schritt zu meiner ganz eigenen Philosophie geführt – zu einem „Glauben“, der nicht festgeschrieben ist, sondern sich aus Fragen, Geschichten und meiner persönlichen Suche nach Sinn zusammensetzt.


Glaube an dich – und sei stolz auf deinen Weg

Glaube an mich – an das, was in mir steckt. Nicht an irgendeine höhere Macht, die mir den Weg zeigt, sondern an die Kraft, die schon immer da war: meine Eigene. Alles, was ich erreicht habe, verdanke ich in erster Linie meiner eigenen Kraft – meinem Mut, meinen Entscheidungen, meinen Fehlern und all den Neuanfängen, die mich wachsen ließen. Aber auch meine Familie und meine Freunde haben mich geprägt, mich gestützt und inspiriert. Ohne sie wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin.

Natürlich wäre es leichter, die Verantwortung an einen Gott oder das Schicksal abzugeben. Aber wahre Stärke liegt darin, sich einzugestehen: Ich bin es, die mein Leben in den Händen hält. Meine Zweifel haben nur die Macht, die ich ihnen gebe. Und jedes Scheitern war nie ein Beweis von Schwäche, sondern ein Schritt auf meinem Weg – ein Beweis dafür, dass ich den Mut hatte, es zu versuchen.

Heute blicke ich mit Stolz zurück – auf ein Leben voller Höhen und Tiefen, voller Kämpfe und kostbarer Momente. Jedes Scheitern hat mich wachsen lassen, jedes Hindernis hat mich stärker gemacht. Durch mein Handeln, mein Reflektieren, meine Entscheidungen weiß ich heute, was ich wirklich will – und was ich nicht mehr zulasse.

Dieser Stolz, diese Klarheit, ist kein Geschenk von außen. Kein Gott hat mich geleitet. Es war immer meine eigene Kraft. Und genau daraus erwächst eine Stärke, die größer ist als jede Magie: der unerschütterliche Glaube an mich selbst.


Meine Haltung zur Bibel & mein Glaube an das Göttliche

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben – und Menschen sind fehlbar. Für mich ist sie deshalb nicht die eine absolute Wahrheit, sondern eine Sammlung von Geschichten. Wie in jeder guten Geschichte gibt es oft einen wahren Kern, doch am Ende bleibt sie für mich eben ein Buch, geprägt von den Sehnsüchten und Ängsten derer, die sie aufgeschrieben haben. Manche Teile sind wertvoll, andere weniger – und nur ein kleiner Bruchteil fühlt sich für mich wirklich wahr an.

Vielleicht schreibe ich genau deshalb als Pantheistin über Engel. Ich glaube an das Göttliche in jedem Lebewesen. Für mich liegt die Magie nicht außerhalb von uns, sondern in uns selbst. Jeder Mensch ist einzigartig und wundervoll – und genau darin liegt für mich etwas Heiliges.

Auch wenn ich die Bibel kritisch betrachte, finde ich in manchen Geboten Werte, die ich teile: nicht zu töten, nicht zu stehlen, nicht zu lügen, die Familie zu ehren. Wenn wir alle danach leben würden, wäre die Welt tatsächlich ein besserer Ort. Doch für mich entspringt dieser Wunsch nicht einem Gott, sondern meinem Glauben an das Gute, das in jedem von uns liegt.


Dankbarkeit im Alltag – meine persönliche Sicht

Ich bin dankbar für die kleinen Dinge im Leben – und genau darin liegt für mich das große Glück. Jeden Tag empfinde ich tiefe Dankbarkeit für meine wunderbare Familie, mit der ich mein Leben teilen darf. Diese Dankbarkeit richte ich nicht an einen Gott, sondern an das Leben selbst – und an uns, die wir gemeinsam unseren Weg gehen.

Alles, was auf unserem Tisch steht, habe ich mir mit harter Arbeit erkämpft. Und die Wärme, die ich spüre, wenn ich meine Familie in den Arm nehme, kommt nicht von einer höheren Macht, sondern von uns selbst. Wir sind es, die uns Geborgenheit schenken, die füreinander da sind und ein Zuhause voller Liebe erschaffen.


Gleichberechtigung

Für mich sind alle Menschen gleich – ganz gleich, ob Akademiker oder Handwerker, Frau oder Mann. Besonders an vielen großen Religionen kritisiere ich, dass Frauen oft weniger wert sein sollen als Männer. Das widerspricht allem, woran ich glaube. Gerade in Deutschland, wo wir das Glück haben, in einer Demokratie zu leben, in der Frauen und Männer die gleichen Rechte haben, fällt es mir schwer zu verstehen, dass manche Frauen sich aus religiösen Gründen dem Mann unterordnen. Für mich ist das unvorstellbar.

Ich selbst lebe mit meinem Mann und unseren beiden Kindern eine Beziehung auf Augenhöhe – geprägt von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung. Wir ergänzen uns in unseren Stärken und Schwächen, und genau das macht uns stark. Ich bin zum Beispiel immer überpünktlich, während mein Mann meist etwas später dran ist – am Ende kommen wir dadurch genau richtig an. Ich liebe es zu planen, er stürzt sich lieber direkt ins Tun. Beides hat seine Vorteile: Durch seine Spontanität kommen wir ins Handeln, und durch meinen Überblick kann ich rechtzeitig eingreifen, wenn etwas droht, aus dem Ruder zu laufen.

So entsteht ein Miteinander, in dem keiner „über“ dem anderen steht, sondern wir gemeinsam wachsen – als Partner, als Eltern, als Menschen. Genau das bedeutet für mich Gleichberechtigung.


Die Freiheit, anders zu denken

Alles, was ich hier schreibe, sind meine Gedanken und Vorstellungen – und sie fühlen sich für mich stimmig an. Das bedeutet aber nicht, dass sie für Alle Zeit gelten müssen. Genau wie in meinen Geschichten entspringt vieles meiner Fantasie, meinem Glauben und meinen Erfahrungen. Es sind keine unumstößlichen Wahrheiten, sondern meine persönliche Sicht auf die Welt. Jeder ist frei, sich sein eigenes Bild zu machen und an das zu glauben, was für ihn richtig ist. Frei nach dem Lied: „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten.“

Wir haben das Glück, in einem freien Land zu leben, in dem Demokratie und Meinungsfreiheit gelten. Das bedeutet: Jeder darf seine Meinung äußern – auch wenn sie nicht jedem gefällt. Wichtig ist für mich dabei, einander zu respektieren. Ich erwarte nicht, dass alle mit mir übereinstimmen. Aber ich wünsche mir, dass meine Haltung akzeptiert wird – so wie auch ich andere Meinungen akzeptiere.

Gerade die Corona-Zeit hat gezeigt, wie wichtig verschiedene Stimmen und Perspektiven sind. Hätte die Regierung damals nicht nur auf einen einzigen Virologen gehört, sondern ein Kollektiv unterschiedlicher Ärztinnen und Ärzte einbezogen, wäre manches vielleicht anders – vielleicht sogar besser – verlaufen. Denn wenn Menschen nur einer einzelnen Person oder Meinung folgen, entsteht Einseitigkeit. Und im schlimmsten Fall kann das den Weg in eine Art geistige Abhängigkeit ebnen, die einer Diktatur gefährlich nahekommt. Deshalb sollten wir uns die Zeit nehmen, jede Meinung anzuhören und offen zu prüfen, ob vielleicht ein Funken Wahrheit darin steckt – statt jemanden vorschnell in eine Schublade zu stecken oder als Querdenker abzustempeln.

Genau diese Vielfalt an Gedanken und Stimmen schützt uns davor. Wären wir alle einer Meinung, wäre die Welt eintönig und farblos. Erst durch unterschiedliche Ideen, Überzeugungen und Perspektiven entsteht Neues – etwas, das uns bereichert und weiterbringt.


Die Kraft des positiven Denkens

Ich bin fest davon überzeugt, dass eine positive Einstellung das Leben verändert – denn wer Positives ausstrahlt, zieht auch Positives an. Das spüre ich nicht nur im Alltag, sondern sogar bei kleinen Dingen wie bei Brettspielen. Besonders bei den Siedlern von Catan macht es mir riesigen Spaß: Wenn ich laut meine gewünschte Zahl sage, sie mir intensiv vorstelle und mich ganz auf dieses positive Gefühl konzentriere, dann würfle ich mit erstaunlich hoher Wahrscheinlichkeit genau diese Zahl.

Natürlich klappt das nicht beim Lotto – schließlich darf ich die Kugeln dort nicht selbst drehen. Aber wer weiß schon, was möglich wäre? 😉 Für mich ist es ein wunderbares Beispiel dafür, wie sehr unsere innere Haltung unser Erleben beeinflusst. Positiv denken bedeutet für mich nicht, alles schönzureden, sondern mit Vertrauen und Leichtigkeit durchs Leben zu gehen – und genau dadurch neue Chancen und Glücksmomente einzuladen.


Meine Sicht auf das Leben nach dem Tod

Ich glaube, dass jeder Mensch, der überwiegend gut handelt, in sein eigenes Paradies kommt – ein Paradies nach seinen Wünschen. Fehler gehören zum Leben dazu. Entscheidend ist für mich, dass wir bereit sind, uns zu reflektieren, Verantwortung zu übernehmen und, wenn nötig, um Entschuldigung zu bitten. Darin liegt wahre Größe.

Für mich persönlich fühlt sich die Vorstellung tröstlich an, eines Tages in einen Himmel voller Fantasie und Übernatürlichem zu gelangen – einen Ort, an dem all das weiterlebt, was mich schon hier auf Erden begeistert. Genauso gut kann ich mir aber auch vorstellen, wiedergeboren zu werden. Der Hinduismus und der Buddhismus glauben an die Wiedergeburt, und wer weiß schon wirklich, was nach dem Tod geschieht?

Ja, es sind vielleicht viele philosophische und religiöse Gedankengänge – doch genau diese Gedanken sind Teil von mir. Und vielleicht helfen sie dir, meinen Roman, an dem ich gerade schreibe, noch tiefer zu verstehen.

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Über mich

Sandra Schwertfeger schaut in die Kamera

Hi, ich bin Sandra 🖐

Urban-Fantasy-Autorin aus Lübeck. In meinen Geschichten treffen Magie und Realität aufeinander – mit Themen wie Zweifel, Liebe, Identität und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen.

Du steckst mitten in Veränderungen und Zweifeln? Du hast Träume, aber die Erwartungen von außen halten dich zurück? Dann tauche in meine Welt ein. Entdecke deine innere Kraft und spüre, dass mehr in dir steckt als du ahnst.

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1 Kommentar

  1. Ulla

    Liebe Sandra,

    vielen Dank für diesen interessanten Beitrag!
    Ich habe mich in vielen Deiner Gedanken wiedergefunden.
    Ich bin überzeugt, alles Potenzial, das wir brauchen, steckt in uns! Wir dürfen uns vertrauen und es nutzen!

    viele Grüße Ulla

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