Warum meine Geschichte schon eine Bühne bekommt, bevor sie fertig ist

von | Apr. 20, 2026 | Autorinnenleben in Lübeck | 0 Kommentare

Wie du sichtbar wirst, auch wenn dein Buch, Angebot oder Projekt noch nicht fertig ist.

In einem unserer Online-Treffen mit meiner Schreibgruppe sagte Edith plötzlich, dass sie eine Lesung organisiert hat.

In einem Buchladen.
An dem Ort, an dem wir uns jedes Jahr zu Pfingsten im Schwarzwald treffen.
Mit Publikum.
Mit Vorlesen.
Mit allem, was dazugehört.

Und während Edith noch erzählte, fing mein Gedankenkarussell schon an, sich zu drehen.

Denn mein Roman ist noch nicht fertig.

Genauer gesagt: Er steht noch ziemlich am Anfang der Überarbeitung. Ich habe keinen fertigen Buchsatz, kein gedrucktes Exemplar, keine veröffentlichte Version, die ich einfach aus der Tasche ziehen könnte.

Und trotzdem war da dieser Gedanke: Was, wenn ich es trotzdem mache?

Der Moment zwischen Angst und Mut

Ganz ehrlich: Von allein wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, jetzt schon eine Lesung zu halten. In dem Moment schwebte ich zwischen zwei Extremen. Zwischen voller Vorfreude und panischer Angst.

Eigentlich hätte ich sagen können: „Nein, dafür ist es noch zu früh.“ Das wäre leicht gewesen.

Ich hätte mich hinter all den Gründen verstecken können, die sich so vernünftig anhören:

  • Mein Roman ist noch nicht fertig.
  • Ich habe noch kein richtiges Buch in der Hand.
  • Andere sind schon weiter als ich.
  • Was, wenn ich mich verlese?
  • Was, wenn jemand Fragen stellt?
  • Was, wenn ich merke, dass ich doch noch nicht bereit bin?

Vielleicht kennst du dieses Gefühl.

Nicht unbedingt von einer Lesung. Vielleicht aus deinem Studium. Von einem Praktikum. Einer Bewerbung. Einer Entscheidung, die du eigentlich treffen möchtest, obwohl du dich noch nicht ganz sicher fühlst. Dieses Gefühl, dass alle anderen schon wissen, wo sie hinwollen. Nur du stehst noch dazwischen.

Zwischen Wunsch und Zweifel.
Zwischen „Ich will das“ und „Kann ich das überhaupt?“
Zwischen dem alten Leben und dem nächsten Schritt.

Genau da stehe ich mit meinem Roman gerade auch. Nicht am Ziel. Aber auch nicht mehr am Anfang.


Warum ich trotzdem zugesagt habe

Natürlich war ich im ersten Moment aufgeregt.

Edith hat bereits zwei Bücher veröffentlicht. Walter hat sogar schon einen Veröffentlichungsmonat. Und ich?

Ich stehe noch nicht da, wo ich gern stehen würde.

Aber ich habe beschlossen, mich davon nicht stressen zu lassen. Ich gehe einen Schritt nach dem anderen. Manchmal braucht es einen kleinen Schubs von außen. Oder, wie in meinem Fall, eine Edith, die einfach sagt: „Ich habe da etwas organisiert.“

Und plötzlich steht man vor einer Chance, die viel zu gut ist, um sie verstreichen zu lassen.

Also habe ich zugesagt.

Und direkt danach begann mein Kopf, Pläne zu schmieden.

Denn nur weil mein Roman noch nicht fertig ist, heißt das nicht, dass ich nichts zeigen kann.

Ich kann den Anfang lesen.
Ich kann neugierig machen.
Ich kann Menschen mit auf meine Reise nehmen.
Ich kann jetzt schon sichtbar werden.


Mein Roman bekommt zum ersten Mal eine Bühne

Allein dieser Gedanke macht mich unglaublich nervös. Und gleichzeitig ziemlich glücklich.

Da ich noch kein fertiges Buch habe, werde ich mir selbst eines vorbereiten. Ich nehme ein vorhandenes Buch und präpariere es von außen mit meinem vorläufigen Cover. Innen stecke ich meinen eigenen Text hinein, sodass ich bei der Lesung etwas in der Hand halte, das sich nach Buch anfühlt. Vielleicht klingt das ein bisschen improvisiert. Aber irgendwie passt es auch.

Meinen Romanbeginn habe ich bereits mehrfach überarbeitet. Mit diesem Teil fühle ich mich wohl. Er ist noch nicht das komplette Buch, aber er ist stark genug, um ihn vorzulesen.

Zusätzlich plane ich ein kleines Give-away: Lesezeichen. Auf die Vorderseite kommt mein Cover. Auf die Rückseite kommt der Hinweis auf meinen Newsletter.

Ganz bewusst nicht Instagram. Nicht, weil Instagram nicht funktionieren kann. Sondern weil ich gerade weiß, dass ich dafür keine Kapazität habe. Mein Blog und mein Newsletter bleiben. Sie verschwinden nicht nach ein paar Stunden im Feed. Menschen können später wiederkommen, lesen, stöbern und sich eintragen. Für mich fühlt sich das gerade nachhaltiger an.


Der Moment, in dem mein Cover plötzlich greifbar wurde

Ein besonderer Motivationsmoment war mein erster Coverentwurf.

Als ich ihn in ChatGPT gesehen habe, war ich so glücklich, dass ich vermutlich den ganzen nächsten Tag mit einem Dauergrinsen durch die Gegend gelaufen bin.

Plötzlich war da nicht mehr nur eine Idee in meinem Kopf.

Da war ein Bild.
Eine Richtung.
Ein Gefühl.
Etwas, das nach meinem Roman aussah.

Natürlich ist der Entwurf noch nicht fertig. Ich feile immer noch daran. Als Designerin merke ich an vielen Stellen, wo ich selbst noch nacharbeiten muss.

Ich möchte mein Lesezeichen später mit partiellem UV-Lack veredeln lassen. Dafür müssen Schrift und Elemente sauber voneinander getrennt sein. Genau an solchen Stellen reicht ein KI-Entwurf nicht aus. Da bin ich als Designerin noch einmal selbst gefragt.

Die Engelsflügel habe ich gezeichnet, eingescannt und anschließend weiterbearbeitet. Danach ging es über verschiedene Programme weiter: vektorisieren, nachjustieren, Elemente ergänzen, Schrift auswählen, gestalten, korrigieren.

Es ist ein Prozess. Aber genau das liebe ich daran.

Hier sind die Entwürfe von Chat GPT. Sobald die finalen Überarbeitungen von mir fertig sind tausche ich diese aus. Aber du erhälst schon mal einen ersten Einblick in meine Welt 😊


Was du daraus für dich mitnehmen kannst

Vielleicht schreibst du selbst an einem Buch. Vielleicht entwickelst du gerade ein Angebot. Vielleicht hast du ein kreatives Projekt, das noch nicht fertig ist.

Dann möchte ich dir sagen:

Du musst nicht warten, bis alles perfekt ist, um sichtbar zu werden.

Du darfst Menschen schon vorher mitnehmen.

Du darfst zeigen, woran du arbeitest.
Du darfst von deinem Prozess erzählen.
Du darfst neugierig machen.
Du darfst erste Einblicke geben.
Du darfst lernen, während du gehst.

Sichtbarkeit beginnt nicht erst am Veröffentlichungstag. Sie beginnt viel früher.

Mit kleinen Einblicken.
Mit ehrlichen Geschichten.
Mit Momenten, in denen du sagst: „Ich bin noch nicht fertig, aber ich bin unterwegs.“


Was ich bis zur Lesung noch tun werde

Bis zur Lesung gibt es noch einiges vorzubereiten.

Ich werde meinen Text laut lesen. Wieder und wieder. Nicht nur still im Kopf, denn beim Vorlesen merkt man plötzlich, wo ein Satz zu lang ist oder wo ein Wort nicht richtig fließt.

Ich werde mich wahrscheinlich auch aufnehmen, obwohl ich das jetzt schon unangenehm finde. Aber ich weiß, dass es hilft. Man hört anders hin, wenn man die eigene Stimme von außen wahrnimmt.

Ich werde mein präpariertes Buch vorbereiten.
Die Lesezeichen gestalten.
Das Cover weiter überarbeiten.
Und mir überlegen, was ich an diesem Abend tragen möchte.

Ich möchte mich bestmöglich präsentieren auch wenn ich jetzt schon weiß das nicht alles so klappt wie ich es mir vorstelle.

Vielleicht werde ich mich verlesen.
Vielleicht werde ich nervös sein.
Vielleicht wird meine Stimme am Anfang zittern.

Aber ich glaube, genau das gehört dazu.

Dieser Roman entsteht nicht in einem glatten, perfekten Prozess. Er entsteht zwischen Alltag, Zweifeln, kreativen Höhenflügen, Überarbeitungsschleifen und diesen kleinen magischen Momenten, in denen plötzlich alles Sinn ergibt.

Und ich möchte dich genau dahin mitnehmen. Nicht erst, wenn das Buch fertig ist. Sondern jetzt schon.

In die Entstehung.
In die Unsicherheit.
In die Vorfreude.
In die kleinen Schritte, die irgendwann etwas Großes ergeben.

Vielleicht bist du selbst gerade an einem Punkt, an dem du nicht weißt, ob du schon bereit bist.

Für eine Entscheidung.
Für einen neuen Weg.
Für eine Veränderung.
Für den nächsten Schritt in deinem Leben.

Dann möchte ich dir mitgeben:

Du musst nicht fertig sein, um loszugehen. Deswegen habe ich mir vorgenommen nicht zu hohe Erwartungen zu haben sondern einfach mich am Ende überraschen lassen was alles geklappt hat. Ich freue mich dann über die vielen kleinen tollen Momente.


Fazit

Ich habe noch keinen fertigen Roman.

Aber ich habe eine Lesung.
Einen ersten Coverentwurf.
Eine Geschichte, die immer mehr Gestalt annimmt.
Und dieses aufgeregte Gefühl, dass gerade etwas beginnt.

Und vielleicht ist genau das gerade der richtige nächste Schritt.

Nicht, weil alles perfekt vorbereitet ist. Sondern weil mich dieser Termin nach vorne bringt. Weil er mich zwingt, Entscheidungen zu treffen. Weil er mich daran erinnert, dass Sichtbarkeit nicht erst beginnt, wenn alles fertig ist.

Manchmal beginnt sie genau in dem Moment, in dem du mutig genug bist, deinen unfertigen Weg zu zeigen. Und vielleicht ist das sogar viel spannender als ein perfektes Endergebnis.


Hast du schon einmal etwas gezeigt, obwohl es noch nicht fertig war?
Oder wartest du gerade noch auf den perfekten Moment?

Schreib mir gern in die Kommentare, wo du gerade stehst.

Und wenn du meinen Romanweg weiter begleiten möchtest, trag dich gern in meinen Newsletter ein. Dort nehme ich dich mit hinter die Kulissen: vom Schreiben über das Cover bis zur ersten Lesung.


Über mich

Sandra Schwertfeger schaut in die Kamera

Hi, ich bin Sandra 🖐

Urban-Fantasy-Autorin aus Lübeck. In meinen Geschichten treffen Magie und Realität aufeinander – mit Themen wie Zweifel, Liebe, Identität und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen.

Du steckst mitten in Veränderungen und Zweifeln? Du hast Träume, aber die Erwartungen von außen halten dich zurück? Dann tauche in meine Welt ein. Entdecke deine innere Kraft und spüre, dass mehr in dir steckt als du ahnst.

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